Vom 21. bis 25. Mai 2026 nahmen wir am Projekt Model United Nations Baden-Württemberg 2026 in Stuttgart teil. Dabei handelt es sich um ein Planspiel, welches die Arbeit der Vereinten Nationen authentisch simulieren soll. Vor Ort arbeiteten wir in verschiedenen Gremien an unterschiedlichsten politischen Themen, wie zum Beispiel Klimaflüchtlinge oder SDG 15: Schutz von Waldökosystemen. Als Jahresthema war Verbrannte Erde – Klimaschutz im Schatten der Krisen ausgegeben. Das oberste Ziel dabei ist, schlussendlich eine Resolution zu einem Thema zu verabschieden. An dem Entwurf sollten alle Staaten weitgehend mitgewirkt haben und er sollte zudem für die meisten Staaten akzeptabel sein.

Wir vertraten dieses Jahr zwei afrikanische Länder: Südsudan aus Ostafrika und Burkina Faso aus Westafrika. Pro Land gab es jeweils zwei Delegierte, die sich dann auf die General- und Umweltversammlung verteilt haben. In diesen beiden Gremien mussten wir die Interessen unseres Landes vertreten und dabei auch globale Abhängigkeiten berücksichtigen, beispielsweise die Abhängigkeit des eigenen Landes von größeren Nationen. Die Tage mit den Sitzungen und den zusätzlichen Veranstaltungen waren lang. Wir standen morgens früh auf und nach den langen Sitzungstagen besuchten wir abends meist noch ein Restaurant, um uns über den Tag auszutauschen oder noch Reden für den nächsten Tag zu erarbeiten. Gekürt wurde die Woche in Stuttgart dann mit dem Abschlussball am letzten Tag vor unserer Abreise.

Persönliche Statements:

„Ich habe dieses Jahr zum zweiten Mal bei einer MUN-Konferenz teilgenommen und würde es jedes Jahr wieder tun, wenn ich die Chance dazu hätte. Dieses Planspiel bietet nicht nur Einblicke in die wichtige Arbeit der Vereinten Nationen und deren Handlungsspielraum, es bietet auch die Chance, neue Kontakte zu knüpfen und eine Menge großartige, herzliche und freundliche Menschen kennenzulernen und mit ihnen in den Austausch zu treten. Das Gefühl, am Ende der Konferenztage eine Resolution verabschiedet zu haben, mit der auch alle Staaten des Gremiums einverstanden sind, ist die Reise auf jeden Fall wert. Ich kann dieses Planspiel wirklich jedem politikinteressierten Jugendlichen sehr empfehlen!“ – Theresa Weiß, Klassenstufe 12

„Durch die Teilnahme an dem Planspiel in Stuttgart erhielt ich einen spannenden Einblick in die Arbeit der Vereinten Nationen. Mir haben vor allem die Sitzungen in der Umweltversammlung gefallen, da dort eine sehr gute Stimmung herrschte und man zudem viele neue Leute kennenlernen durfte. Des Weiteren hat es großen Spaß gemacht, die Positionen anderer Länder kennenzulernen und an einer Resolution mitzuarbeiten. Über die Konferenztage hinweg kann man einen sehr guten Einblick in die Arbeit der Vereinten Nationen erhalten und verstehen, wie Entscheidungen in der UN gefällt werden. Man kann die Teilnahme an einem solchen Projekt nur wärmstens weiterempfehlen!“ – Lukas Ulrich, Klassenstufe 12

„Die Woche in Stuttgart hat mein Verständnis für die Prozesse innerhalb der UN deutlich vertieft. Das Planspiel bietet einen tiefen Einblick in die Arbeit der Vereinten Nationen und macht einen mit der Geschichte sowie der Politik verschiedener Länder vertraut. Dadurch nimmt man viele Erkenntnisse mit, die sich sowohl im späteren Leben als auch in zukünftigen Debatten nutzen lassen.

Auch persönlich hat mich die Teilnahme an MUNBW weitergebracht, denn neben den lehrreichen Sitzungen und intensiven Verhandlungen konnte ich nicht nur meine Mitschüler besser kennenlernen, sondern auch viele neue Menschen aus der ganzen Welt treffen. Ich würde jederzeit wieder teilnehmen und kann MUN nur weiterempfehlen!“ – Paul Müller, Klassenstufe 11

„Durch die Teilnahme an Model United Nations erfährt man eine Welt der Diplomatie, in der einem bewusst wird, dass die Krisen von heute und morgen unvermeidlich im Spannungsfeld zwischen der Stärke des Rechts und dem Recht des Stärkeren stehen. Was sich am Ende in den Resolutionen durchsetzt, das vermag jeder Delegierte eines Landes selbst zu entscheiden. Dieses Jahr habe ich in MUNBW erlebt, wie in der Generalversammlung 100 Einzelinteressen aufeinandergestoßen sind, die darüber diskutieren, welche Lösung die Beste für die internationale Staatengemeinschaft sei. Aufgrund der souveränen Gleichheit aller ihrer Mitglieder hat dennoch jeder die Chance, seine Ideen in dem Diskurs einzubringen, und zugleich die Pflicht, gemeinsam mit anderen Delegierten zu kooperieren, um Wirkungsmacht innezuhaben. Es ist eine lohnenswerte Reise, in die Vereinten Nationen als demokratische und globale Institution hineinzublicken und das große Spiel zu verstehen. Gleichzeitig wird man feststellen, dass sich hinter jeder Rolle ein Mensch verbirgt, und die Sitzungen Möglichkeiten bieten, einzigartige Kontakte und Freundschaften mit Personen zu knüpfen, denen man sonst nie begegnet wäre.

Wenn man sich nun fragt, welchen Nutzen seine Arbeit hat, dann sei gesagt, dass Model United Nations mehr ist als persönliche Erfahrung. Der Trägerverein von MUN übergibt als nichtstaatlicher Akteur die verabschiedeten Resolutionen den realen Vereinten Nationen, wodurch das eigene Schaffen in den Gremien der UN selbst zur Inspiration wird, vielleicht wird es sogar Wirklichkeit.

P.S.: Gebt eure Ziele nicht auf, wenn der Vorsitz dem Gremium zum wiederholten Male mitteilt: „Es gibt einen Geschäftsordnungsantrag […].“ :)“

– Paul Peter Schröder, Klassenstufe 12