Gefängnisstrafe fürs Schwarzfahren? PDF
Freitag, den 02. Februar 2018

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Exkursion der Klasse 9a ins Amtsgericht Schwerin

In einem Gericht gibt es zahlreiche verschiedene Aufgaben, die bekannteste Aufgabe ist sicherlich die Gerichtsverhandlung. Dort wird der Sachverhalt über ein illegales Vorgehen erörtert und eine Strafe für diese Handlung gefunden. Da diese Verhandlungen meist öffentlich sind, nutzten wir, die Klasse 9a, die Chance, uns auf den Weg zum Gericht nach Schwerin zu machen.

Dort angekommen, haben wir am Anfang eine kleine Einführung über die verschiedenen Personen und deren Aufgaben erhalten. Uns war vorher schon klar, dass es möglich ist, dass eine Gerichtsverhandlung ausfällt. Dies kann dadurch passieren, dass zum Beispiel der Angeklagte nicht erscheint. Das ist auch eingetreten, jedoch haben der Richter und der Staatsanwalt uns Näheres über ihren Beruf erzählt und unsere Fragen beantwortet. Es standen zum Glück mehrere kleine Verhandlungen an diesem Tag auf dem Plan, so dass wir doch noch zwei Beispiele live erleben konnten.

Die erste Verhandlung war sehr kurz. Es ging um Schwarzfahren in der Bahn. Die beklagte Person hatte schon vor kurzer Zeit eine Strafe für andere Vergehen bekommen. Der zu verhandelnde Vorfall war vor der letzten Verurteilung gewesen. Aber der Angeklagte gehörte zu der Sorte der schwer Belehrbaren, denn er war bereits 15mal ohne Fahrschein erwischt worden. Das hätte für ihn beinahe zur Gefängnisstrafe geführt. Wegen guter Führung in letzter Zeit hat der Richter jedoch von einer weiteren Strafe abgesehen, so dass der junge Mann mit einer Belehrung davonkam.

In der zweiten Verhandlung ging es um eine Person, die ein Auto geschrammt hatte und Fahrerflucht begangen hatte. Der Angeklagte versicherte damals, den Unfall gar nicht wahrgenommen zu haben. Jetzt gab er jedoch zu, dass er den Vorfall registriert hätte. Durch dieses Verhalten sind weitere unnötige Kosten auf den Angeklagten zugekommen, da ein Sachverständiger bei der Verhandlung anwesend war. Dieser sollte nämlich beweisen, dass der Angeklagte es auf Grund der großen Schäden am Auto mitbekommen haben musste.

Der Verteidiger bat darum, dem Angeklagten nicht den Führerschein zu entziehen, da er diesen für seine Arbeit braucht und sonst seine Arbeit verlieren würde. Der Richter hat lange überlegt, da im Regelfall bei einem großen Schaden im Zusammenhang mit Fahrerflucht der Führerschein entzogen wird. Da der Mann aber eine „weiße Weste" hatte, entschied sich der Richter für eine Geldstrafe. Zum Schluss wurde uns auch dieser Fall noch näher erläutert.

Es war eine sehr spannende Exkursion, die wir weiterempfehlen. Auch wenn es nicht die „großen" Fälle waren, war es interessant, mal einen Einblick in so eine Gerichtsverhandlung zu bekommen.
Man konnte weiterhin auch Genaueres über die Tätigkeiten in einem Gericht lernen und wer weiß, vielleicht möchte jemand von uns auch später Jura studieren.

Rike Pegel, Klasse 9a