schwedisch-deutsches Geschichtsprojekt 2009-10 PDF
Samstag, den 03. Oktober 2009
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schwedisch-deutsches Geschichtsprojekt 2009-10
1. Tag Aufbruch nach Åmål
2. Tag Wiedervereinigung
3. Tag Sightseeing im Dalsland
4. Tag Abschied von Åmål
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flaggen„20 Jahre Mauerfall" – das gemeinsame Geschichtssprojekt des Gadebuscher Gymnasiums mit dem Partnergymnasium in Åmål

Am Montag sind acht Schüler der Oberstufe unserer Schule gemeinsam mit zwei Lehrern in den Bus und später auf die Fähre gestiegen, um sich zur Weiterführung des seit April 2009 laufenden Gemeinschaftsprojekts zum 20-jährigen Jubiläum der Öffnung der innerdeutschen Grenzen
(wir berichteten...) für einige Tage nach Schweden zu begeben.


1. Tag: Aufbruch nach Åmål

Am Montagmorgen, dem 28.09., um 5.30 Uhr war es endlich so weit. Wir starteten unseren Gegenbesuch in Schweden. Mit dem Bus ”Phoenix” ging es von Gadebusch aus gen Norden. An Bord waren acht Schüler der Oberstufe sowie Frau Voß (geschichtliches Fundament) und Herr Meyer-Bissert (englische Sprachbrücke).

Fünf Monate sind bereits vergangen, seit wir unsere schwedischen Projektpartner verabschiedet haben. Damals war es unsere Aufgabe, Informationen zum Thema “20 Jahre Mauerfall” zu sammeln, nun geht es an deren Auswertung.

Unser erstes Teilziel war der Rostocker Überseehafen, hier legte die Fähre nach Trelleborg ab. Nach sechs Stunden Überfahrt hatten wir endlich schwedischen Boden unter den Fuessen.

Unsere anschließende Tour führte durch die idyllische Landschaft Südschwedens, auch der erste Elch ließ nicht lange auf sich warten. Trotzdem dauerte es nochmals ein halbes Dutzend Stunden bis zum Erreichen unserer Jugendherberge, ein ”Schwedenhaus” wie aus dem Bilderbuch. Völlig geschafft bezogen wir unsere Zimmer, doch überwog unsere Freude, die kommenden Tage mit unseren schwedischen Freunden zu verbringen.

Weitere Eindrücke unseres Besuches werden folgen.

 

 



2. Tag: ”Wiedervereinigung”

Nach kurzer Nachtruhe erreichten wir gegen 9 Uhr das Karlsberggymnasiet. Dort standen schon schwedische Spezialitäten für das gemeinsame Frühstück bereit.

Anschließend fand eine Führung durch die Schule und das Gelände statt.
Auffallend war die entspannte Atmosphäre, die an der Schule herrscht.
Es gibt zum Beispiel kein Klingelzeichen, somit liegt es in der Eigenverantwortung der 16- bis 18-jährigen Schüler, rechtzeitig zum Unterricht zu erscheinen. Sie können sich ihren Schultag selbstständig einteilen, dabei stehen die Klassenräume jederzeit zur freien Verfügung, um Hausaufgaben zu machen oder sich außerschulisch weiterzubilden.

Hierbei wird auch großer Wert auf die Praxis gelegt, z.B. gibt es ein hochprofessionelles Tonstudio für den Musikunterricht oder einen modernen Theatersaal für Aufführungen jeglicher Art. Auch der Sport kommt in Åmål nicht zu kurz, eine Indoor-Halle mit Kunstrasen- und Hallenfeld bietet viel Platz für sportlich aktive Schüler. Bemerkenswert ist außerdem das reichhaltige und vor allem kostenlose Mittagsbuffet, das jeden Tag frisch zusammengestellt wird. Aktuell steht im Eingangsbereich der Kantine ein Desinfektionsmittelspender zur effektiven Bekämpfung der Schweinegrippe.

Alles in allem ist spürbar, dass in Schweden deutlich mehr Wert auf fortschrittliche Bildungsmethoden gelegt wird und gleichzeitig dafür mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.

Während unseres Aufenthaltes im Karlsberggymnasiet wurde natürlich auch noch fleißig am Geschichtsprojekt weitergearbeitet. Die Auswertung von Interviews, Erstellung von Präsentationen etc. stand auf dem Programm.

Abends trieb uns der Hunger und das Verlangen nach traditionellem schwedischen Essen ins „La Vegas“, das mit seinem breit gefächerten Angebot keine Wünsche offen ließ.

Weitere Eindrücke könnt ihr auf der Schulhomepage www.Karlberggymnasiet.se gewinnen.

 

 



3. Tag: Sightseeing im Dalsland

Nachdem wir den Vortag größtenteils im Computerraum verbracht hatten, ging es heute in die Region rund um Åmål. Wir starteten unsere Tour vom Karlsberggymnasiet bei strahlendem Sonnenschein und sehr kühlen Temperaturen.
Durch nebelumhüllte Nadelwälder ging es zum ersten Halt nach Bengtsfors, wo wir einen schönen Blick von einer Anhöhe auf die Stadt und deren Umgebung genossen.

Darauf folgte ein absolutes Highlight, der Besuch eines Elchparks mit eingeschlossener Fütterung und Beobachtung der Balz dieser imposanten Tiere. In der Nähe des Parkgeländes führte ein schmaler Pfad zu einem Fluss, an dessen Ufer sich Spuren der Bewegung des Inlandeises abzeichnen. Das Bild der frei an der Oberfläche liegenden Felsformationen begleitete uns auch noch an den anderen Stationen unserer Rundtour. In Tisselskog waren diese besonders prachtvoll von Siedlern aus der Bronzezeit bemalt worden. In naher Umgebung wurde dann auch das Mittagessen an der frischen Luft eingenommen.

Das Dalsland ist jedoch nicht nur für seine Landschaft bekannt. In Häverud steht ein überregional bekanntes Aquädukt, welches Schiffen ermöglicht, sonst unpassierbare Höhenunterschiede zu überwinden. Einige Kilometer weiter nutzten wir dann noch die Gelegenheit, in einem traditionellen Handwerkshaus ein paar Souvenirs einzukaufen.

Zurück in der Jugendherberge stand die Zubereitung des Abendessens auf dem Plan. Es wurden zwei rivalisierende Kochteams gebildet, die versuchten, die beste Pasta zuzubereiten. Am Ende schmeckten natürlich beide gleich gut.

 

 


Abschied von Åmål

 

Am Donnerstagmorgen brachen wir abermals gegen 8.30 Uhr auf um unseren letzten Tag im Königreich Schweden zu verbringen.
Kaum waren wir im Gymnasium angekommen, erwartete uns eine Überraschung durch unsere Gastgeber, denn dachten wir bereits am Dienstag alles über die Geschichte des Gebäudes in Erfahrung gebracht zu haben, wurden uns die „Geheimnisse“ des Karlsberggymnasiet offenbart. Das Gebäude sollte nämlich während des Kalten Krieges im Falle eines Angriffs aus dem Osten als Krankenhaus dienen. Wir wurden durch die unterirdischen Gänge und bunkerähnlichen Katakomben der Schule geführt, welche heute als Abstellräume sowie als Künstlergarderoben und Orchestergraben des überregional genutzten Theaters der Schule Verwendung finden.
Danach besuchten wir das Heimatmuseum Åmåls. Dort wurden wir von Håkan Bürgemeister begrüßt, welcher auch in Gadebusch bestens bekannt ist. Drei Etagen standen uns zur Verfügung, um in der Geschichte des Dalslandes herumzustöbern.
Anschließend begaben wir uns zurück ins Gymnasium, um unsere Arbeit wieder aufzunehmen und zu beenden. Die Ergebnisse werden demnächst vorgestellt.
Den Rest unseres Nachmittags verbrachten wir gemeinsam beim Bowling und mit dem Kochen schwedischer Spezialitäten.
Wir verlassen Schweden am Freitag mit gemischten Gefühlen. Traurigkeit über den Abschied, aber zugleich aufkommende Freude auf unser eigenes Zuhause bewegen uns.
Schließlich danken wir unseren schwedischen Freunden, vor allem Hendrik Olsson und Christian Bruce, für die Gastfreundschaft und die positiven Erfahrungen, die wir machen durften. Weiterhin gilt großer Dank den Städten Åmål und Gadebusch, ohne deren Unterstützung solch ein Projekt gar nicht realisierbar gewesen wäre. Ein Dankeschön an unsere Lehrer Frau Voß, Herr Meyer-Bissert und Frau Birke.

Wir hoffen, dass dieses Projekt, welches auf zwei weitere Jahre angelegt ist, noch mehr Erfolge auf interkultureller Ebene erzielen kann.