Klima-Macher! International in China unterwegs PDF
Freitag, den 18. Mai 2012

thumb_china_01_002Wie sieht die Stadt aus, in der du leben möchtest?
Interkultureller Austausch und neue soziale Kontakte in Millionenstädten Chinas

Bevor wir nach China, dem Reich der Mitte, fuhren, assozierten wir folgende Dinge mit diesem Land:

chaotischer Verkehrsablauf, hupende Autos und tausende Fahrräder, breite, mehrspurige Straßen, eindrucksvolle Architektur mit Wolkenkratzern und modernen Glasbauten, riesige Städte mit unzählbar vielen Einwohnern, fotografierende Chinesen, kulinarische Spezialitäten, mit Stäbchen essen, Luftverschmutzung, Zeitverschiebung, Gastfreundlichkeit, Lärm und Hitze

... alles dies bestätigte sich innerhalb weniger Tage und viele andere Eindrücke kamen dazu.

In gemütlicher Runde sitzen wir im Empfangsbereich unseres Hotels und tauschen uns in angeregten Gesprächen über die vergangenen Stationen der Projektfahrt aus.
Die Zeit vergeht wie im Flug, mittlerweile ist die Hälfte der Reise um und keiner hat es so wirklich bemerkt.
Es gibt so viele neue Erfahrungen und herzliche Situationen mit unseren Gastschülern zu verarbeiten, die stets durch motiviertes Arbeiten am Klimaprojekt gekennzeichnet sind.

Die erste Etappe der Reise verlebten wir in Beijing, der Hauptstadt Chinas.
Einerseits besuchten wir typische Wahrzeichen der Region, wie die Chinesische Mauer oder die Verbotene Stadt und andererseits kamen wir in einen ersten Kontakt mit unseren Austauschschülern, die alle in die 11. Klasse gehen. Die Begrüßung war sehr überschwänglich und offen – fast so, als ob wir uns schon ewig kennen würden. Wir sind sehr froh darüber, dass wir sofort so einen "guten Draht" zu den chinesischen Schülern hatten, da es für eine gute Zusammenarbeit von großem Vorteil ist.

Nachdem wir Peking mit dem Schnellzug, der bis zu 310 km/h auf die Geschwindigkeitsanzeige brachte, hinter uns gelassen hatten, erreichten wir Jinan, wo sich unsere Partnerschule befindet.
Die Foreign Language School gliedert sich in Primary-, Middle und High School, die je einen Campus, mit bis zu 3000 Schülern und Schülerinnen haben.
Der Schulalltag ist durch viele Aktivitäten und das Internatsleben straff durchorganisiert. Doch besonders beeindruckt waren wir von der Masse an Hausaufgaben, die die chinesischen Schüler zu bewältigen haben.
Jeden Tag sitzen sie von 18.20 bis 21.20 Uhr unbeaufsichtigt und trotzdem mucksmäuschenstill in ihren Klassenräumen und schaffen ihr Pensum an Hausaufgaben dennoch nicht.

Vor allem aber nutzten wir die Zeit, um an unserem Projekt weiterzuarbeiten und uns intensiv mit der Frage auseinander zu setzen, wie wir uns die Stadt vorstellen, in der wir leben möchten.
Endlich war auch der direkte Austausch mit den Chinesen möglich, die uns über den Energiebedarf und die Entwicklung ihrer Stadt, Verkehrssysteme und die Nutzung von Wasser und Wind informierten.
Im Gegenzug erläuterten wir die Ideen und Pläne unseres Stadtmodells, an denen wir mit den Chinesen im August weiterarbeiten werden.

Zusammen planten wir einen Aktionstag, der die Schüler der High School über den Klimawandel und die globalen Erwärmung aufklären und zum Nachdenken anregen sollte.
Alle waren mit viel Spaß dabei. Es wurde gebastelt, geklebt und gemalt. Die Einen dachten sich knifflige Fragen für ein Quiz über CO2-Emissionen aus und bereiteten einen Puzzle über den ökologischen Fußabdruck vor und andere wiederum stellten eine Auswahl an Tipps und Informationen für umweltfreundlicheres bzw. bewussteres, energiesparendes Handeln zusammen.
Die Präsentation unserer gemeinsamen Arbeit und die Reflexion der Schüler am Aktionstag war ein Erfolg.
Wenn auch die Schüler zu Anfang etwas zögerlich und schüchtern waren, konnten wir sie mit der Zeit dazu motivieren, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Dabei sind tolle Fotos entstanden.

Wir freuen uns auf weitere spannende Tage in unseren Gastfamilien, in denen wir Ausflüge mit unseren chinesischen Schülern und ihren Eltern unternehmen dürfen.