Im Austausch mit der Diakonie.... PDF
Freitag, den 23. März 2018

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Besuch der Werkstätten der Diakonie
Seit vielen Jahren fahren die Religionsschüler der 9. Klassen zu den Werkstätten der Diakonie für Menschen mit Behinderungen nach Grevesmühlen, so auch in diesem Jahr.
Dank Herrn Bullrich hatten alle schon ein gutes Vorwissen über die Geschichte und die Arbeit der Diakonie, da dieses Thema im Religionsunterricht behandelt wird.

Als wir ankamen, hat Herr Oliver Dischereit zunächst eine sehr ausführliche Power Point Präsentation zu den Arbeitsstätten der Diakonie im Landkreis Nordwestmecklenburg gehalten. Er ist innerhalb der Einrichtung einer der Abteilungsleiter und war einst Schülerunseres Gymnasiums gewesen. Durch ihn gewannen wir einen Einblick in die verschiedenen Wirkungsfelder der Werkstätten.
Am Ende seiner Ausführungen sollten wir Zettel an zwei Pinnwände heften, auf denen die unterschiedlichsten Arbeiten standen.

Wir sollten entscheiden, zu welchen Aufgaben behinderte Menschen in der Lage sind oder welche sie überfordern würden.
Bei der Auflösung der Fragen waren wir erstaunt, denn sie können weit mehr Tätigkeiten verrichten, als wir gedacht haben. Zum Beispiel hätten viele Schüler nicht erwartet, dass sie an einer vollmechanisierten Metallschere oder einer computergesteuerten Fräse arbeiten können. Menschen mit Behinderungen können von Gänserupfen bis Gabelstapler fahren alle Arbeiten machen.
Nach dem Vortrag wurden wir in vier Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe bekam einen Mitarbeiter, der sie durch verschiedene Arbeitsbereiche führte.

Für die Gruppe 4 ging es beispielsweise zum Zuschneide - Raum und in die Näherei. Im Zuschneide – Raum werden riesige Stoffballen zu bestimmten Teilen mittels elektrischer Scheren zurechtgeschnitten. Jannis äußerte dazu: „ Ich hätte viel zu viel Angst davor, mit diesen Geräten umzugehen, da kann man sich ja leicht einen Finger abschneiden."
In der Näherei fertigen die Menschen viele verschiedene Sachen in einem beachtlichen Tempo und mit enormer Präzision an. Da entstehen Handtücher, Schürzen, Bademäntel und viele andere nützliche Textilien. Eine Mitarbeiterin erzählte: „Es ist schön, wie fleißig hier alle sind und jeden Tag mit Freude an ihre Arbeit gehen."
Sie erklärte auch: „Die Näherinnen und Näher müssen nicht alles können, sie bekommen ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten entsprechende Aufgaben." Anschließend besichtigten wir die Verpackungsräume.

In einem dieser Räume zeigte uns ein Mitarbeiter, wie man ein Päckchen zu schweißt. Dabei zeigte er eine erstaunliche Geschicklichkeit. In einem anderen Verpackungsraum wurden Ohrstöpsel für die Firma „Hansaplast" verpackt. Das geschieht sorgfältig in mehreren Arbeitsschritten. Ein Schüler unserer Gruppe durfte das auch einmal ausprobieren. Allein in diesem Jahr werden in dieser Werkstatt 4,5 Millionen Päckchen gefertigt. Die Päckchen können Kunden in Apotheken in aller Welt dann kaufen.
Es gibt in den Behindertenwerkstätten auch eine Küche, hier werden täglich 1000 Portionen für Kindergärten, Altersheime und für die eigenen Mitarbeiter gekocht.

Leider war die Zeit dann auch schon wieder um und wir mussten zurück zur Schule fahren.

Insgesamt waren sich die Schüler einig, dass dieser Besuch jedem das Thema näher gebracht hat, und dass es gut ist, sich mit dieser Problematik auseinanderzusetzen. Durch diesen Tag hat man einem besseren Einblick in das Leben der Menschen in der Diakonie bekommen, wofür alle dankbar sind. Wir haben gesehen, was für eine wertvolle Arbeit die Menschen dort leisten. Paul äußerte sich dazu so: „Es ist schön, zu sehen, wie viel Spaß die Menschen an ihrer Arbeit haben." Dieser Aussage haben alle zugestimmt. Wir haben aber auch gesehen, wie glücklich wir sein können, dass wir alle gesund sind, denn das ist nicht selbstverständlich.
Wenn wir unsere kleinen Probleme betrachten, sind sie nichts im Vergleich zu denen, die geistig oder körperlich beeinträchtigte Menschen haben.

Katharina Babbe, 9b