Reden lernt man nur durch Reden... PDF
Donnerstag, den 01. Februar 2018

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Schulfinale - "Jugend debattiert"
Schon die alten Römer wussten: „Reden lernt man nur durch Reden" (Cicero), denn sich eine Meinung zu bilden, Meinungen auszutauschen und sich mit der Meinung anderer kritisch auseinanderzusetzen, ist für ein demokratisches Zusammenleben von großer Bedeutung. Um das zu fördern, ist es einmal im Jahr auch am Gymnasium Gadebusch Gang und Gebe, den Schulwettbewerb von „Jugend debattiert" auszutragen. Womit sich die alten Römer allerdings wahrscheinlich weniger beschäftigt haben, waren Debattierfragen rund ums Fast-Food oder Fußball.

Zunächst wurde in Vorrunden jedoch erst einmal vier Stunden lang heiß debattiert, argumentiert und überzeugt, sodass sich am 15.01.2018 pünktlich zum Beginn der 5. Unterrichtsstunde die vier besten Debattanten der 9. Klassen in der Finaldebatte mit der Entscheidungsfrage „Soll der Verzehr von Fast-Food in der Schule verboten werden?" auseinandersetzen konnten. Dass sich die Mehrzahl der Acht- und Neuntklässler im Publikum anfänglich erst einmal nicht für solch ein Verbot begeistern konnte, war zu erwarten, schließlich stellt Rigos Imbissstand in den Pausen stets einen beliebten Anlaufpunkt dar.

Annalena Klug (Pro 1) und John Gockel (Pro 2) wurde die Aufgabe zu Teil, die skeptischen Schüler von einem Verbot der ungesunden Kalorienbomben zu überzeugen, während Jannik Joop (Contra 1) und Paula Schönfeld (Contra 2) dagegen standhielten. Damit ein konzentriertes, sachbezogenes Streitgespräch entstehen konnte, hielten sich alle Debattanten an bestimmte Regeln. So folgte auf die pro Debattant zweiminütige Eröffnungsrede, bei der das Thema und der jeweilige Standpunkt verdeutlicht wurden, die 12-minütige Freie Aussprache. Das Besondere an Debatten ist, dass beide Seiten durch gleichrangige Sprecher vertreten sind. "Pro" beginnt, "Contra" hält dagegen. Zwar steige laut Pro durch Fast-Food-Verzehr das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Übergewicht, jedoch bestünde laut Contra bei Verzehr in Maßen kaum ein Risiko. Fast-Food sei zudem eine äußerst preisgünstige Alternative. Zum Ende der Debatte resümierte nun jeder Debattant in einer einminütigen Schlussrunde die vorangegangene Debatte, wiederholte die wichtigsten Argumente und verdeutlichte ein letztes Mal seinen Standpunkt.

Nach lautem Beifall zog sich die Jury, bestehend aus Mitschülern und Frau Neuhof bzw. Herrn Köpp, zurück, um jeden der vier Schüler nach den Kriterien Sachkenntnis, Ausdruck, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft zu bewerten. Als Siegerin dieser Debatte ging Annalena Klug hervor, auf Platz 2 konnte sich Jannik Joop behaupten, John Gockel belegte Platz 3 und Paula Schönfeld den vierten Platz, wobei das hohe Niveau der Debatte und die äußerst schwere Entscheidung der Platzierung betont wurde.

Für die Schulfinaldebatte der 10.-12. Klassen qualifizierten sich Anna Etzrodt (Pro 1), Merle Klemm (Contra 1), Nele Kaisler (Pro 2) und Henning Eggers (Contra 2). Klar, dass die erfahrenen Debattanten den Schülern der 10. und 11. Klassen eine ausgesprochen spannende und mitreißende Debatte rund um das Thema „Soll der Videobeweis in der Fußball-Bundesliga ersatzlos gestrichen werden?" zum Mitfiebern boten. Immerhin sei der Fußballsport eine äußerst emotionale Angelegenheit. Die vielen durch Videobeweise zustande kommenden Unterbrechungen innerhalb des Spiels würden dabei lediglich Störfaktoren für Fans, Spieler und Schiedsrichter darstellen.

Eventuelle Fehler seien schließlich auch menschlich. Dem setzte Contra entgegen, dass Videobeweise sowohl unterstützend für Schiedsrichter seien, als auch ein faireres Fußball ermöglichen würden. Wie auch vor der Debatte überwog im Anschluss an die Debatte trotz plausibler Pro-Argumente im Publikum der Anteil an Handzeichen für die Erhaltung des Videobeweises.

Im Zuge der Absprache zwischen den Jury-Mitgliedern, konnte nun auch die Platzierung dieser Finaldebatte bekanntgegeben werden: Nele Kaisler konnte sich ein weiteres Mal auf dem ersten Platz behaupten, Platz 2 belegte Henning Eggers, Anna Etzrodt sicherte sich den 3. Platz und Merle Klemm (die Jüngste unter den Finalisten) landete auf Platz 4. Auch diese Debatte war geprägt von hoher Qualität und einer äußerst schweren Entscheidung in der Platzierung.

Die jeweils ersten und zweiten Plätze werden unsere Schule im Regionalfinale am Fridericianum in Schwerin vertreten, wofür wir ihnen viel Glück und Erfolg wünschen! Außerdem geht ein großes Dankeschön an alle Mitwirkenden: sowohl an Debattanten und Juroren als auch an die Techniker.
Dana Hanft, TG 12-1