Die Welt mal ohne Augen „sehen"... PDF
Mittwoch, den 20. Dezember 2017

bild000Exkursion der Klassen 8a, 8b und 9a

Sicherlich haben sich einige von euch schon mal vorgestellt, wie es wäre, blind zu sein.
Dass man es als Blinder nicht gerade einfach hat, ist sicherlich auch allen bewusst.
Wir, die Schüler der Klasse 9a, machten uns am 05.12. auf den Weg nach Hamburg. Dort wollten wir erleben, wie es ist, blind zu sein.

In der Speicherstatt, beim Dialog im Dunkeln angekommen, begaben wir uns in kleinen Gruppen, bestehend aus jeweils 5 bis 7 Leuten, auf eine Entdeckungsreise in die Welt der Blinden.
Ungefähr eine Stunde dauerte die Tour. Am Anfang bekamen wir eine kleine Einführung und einen Blindenstab. Dann wurden wir ins Dunkle entlassen und von einem Blinden geführt. Wir sind durch verschiedene Räume gegangen und mussten uns auf unsere anderen Sinne verlassen: auf das Hören und das Kommunizieren lediglich durch Worte mit den Anderen. Der Gruppenführer gab uns Anweisungen, wo wir langgehen mussten. Es war nicht immer einfach, den richtigen Weg zu finden, und vor allem Stufen zu gehen, war sehr schwierig. Im zweiten Raum sind wir von der Außenwelt in den Haushalt gekommen. Dort haben wir durch Fühlen versucht zu erraten, was für Gegenstände wir vor uns hatten. Jeder von uns machte sich eine Vorstellung von den Räumen.

Als nächstes kamen wir in einen Raum, der den Straßenverkehr nachstellte. Wir mussten an der Ampel warten und auch hier war es nicht immer ganz leicht, auf dem richtigen Weg zu bleiben. Nachdem wir auch noch durch einen langen Flur gegangen waren, kamen wir in eine Bar. Dort konnten wir uns etwas zu essen oder zu trinken bestellen. Wir erlebten, wie man blind bestellen und bezahlen muss. Gar nicht so einfach. Dann setzten wir uns hin und erzählten. Wir konnten unseren blinden Begleiter alles fragen, was uns interessierte. Ein wenig hilflos fühlten sich manche von uns im Dunkeln schon.

Als wir uns verabschiedet hatten, wurden wir erst in einen Raum gelassen, der noch nicht gleich wieder ganz hell war. Unsere Augen mussten sich erst einmal an das Licht gewöhnen. Wir waren alle sehr froh, wieder etwas sehen zu können.

Die Klassen 8a und 8b hatten anschließend die Möglichkeit in einem Workshop mit einer blinden Mitarbeiterin ins Gespräch zu kommen. Sie erklärte beispielhaft die verschiedenen Formen von Sehbehinderungen. Dazu durften wir Brillen aufsetzen, die den Grad der Behinderungen nachstellten. Erst bei einer Sehstärke von nur 2% gilt man übrigens als blind. Des Weiteren stellte sie verschiedene Hilfsmittel vor, die den Alltag für Blinde erleichtern. So kamen ein Farberkennungsgerät und der Blindenstock zum Einsatz. Das Handy ist auch ein vielfach benutztes Utensil. Es ermöglicht, Bücher zu hören oder Funktionen per Spracherkennung zu steuern.

Es war sehr spannend und wir möchten diese Exkursion weiterempfehlen. Man bekommt noch einmal eine andere Sicht auf eine Welt ohne Augenlicht und schätzt es sicherlich mehr, etwas sehen zu können..
Es war ein sehr gelungener Wandertag.

Rike Pegel, Klasse 9a