Martin Luther... PDF
Mittwoch, den 29. November 2017

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Unser Beitrag zum 500-jährigen Reformationsjubiläum
„Ein voller Erfolg!" „Dieser Abend wird in Erinnerung bleiben!" „Wir haben schon lange nicht mehr ein so brillantes Stück gesehen!" – Solch positive Resonanz war Donnerstag- und Samstagabend am 16. und 18.11.2017 im Anschluss an die Lutheraufführungen unserer Theatergruppe in der vollbesetzten Gadebuscher Stadtkirche zu vernehmen. Und es ist wahr, sowohl Schauspieler, als auch unser Schulchor und der Kantoreichor leisteten Unglaubliches und bescherten zwei unvergessliche Abende.

Vor ungefähr zwei Jahren reifte der Gedanke, anlässlich des 2017 stattfindenden Lutherjahres, dem 500-jährigen Reformationsjubiläum, ein Stück über das Leben Luthers mit der schauspielerischen und gesanglichen Unterstützung der Gadebuscher Gymnasiasten auf die Beine zu stellen. Der Vorschlag des Gadebuscher Fördervereins von einem solchen Projekt begeisterte Herrn Bullrich sofort und schon wurde aus unserem Religionslehrer zeitweise ein Manuskriptschreiber und Regisseur.

Bereits im vergangenen Schuljahr konnte man während der Chorproben gelegentlich Mendelssohns „Verleih uns Frieden" oder den eigens von Luther geschriebenen Kirchenchoral „Ein feste Burg ist unser Gott" wahrnehmen, denn die Vorbereitungen und das Einstudieren begannen schon frühzeitig. Erste Proben für die 10 Darsteller unserer Theatergruppe fanden bereits im Januar diesen Jahres statt. Unter der Leitung von Frau Kinzler nutzten die zwei Erzähler und die zehn Schauspieler die schätzungsweise 40(!) Proben um sich mit den 22 verschiedenen Charakteren zu identifizieren, sich die Texte einzuprägen und ihr Schauspiel möglichst überzeugend in Szene zu setzen.

In zwei öffentlichen Generalproben bekamen am Dienstag vor der Premiere des Lutherspiels in der ersten und zweiten Stunde zunächst die 7.-9. Klassen, in der fünften und sechsten Stunde dann die 10.-12. Klassen die Chance auf einen Einblick in das Stück „Luther". Schon hier begeisterten Theatergruppe, Chor und Drehbuch, doch ganz und gar vollkommen wurde das Schauspiel erst in der Umgebung der Kirche mit eigens von Herrn Bullrich aus dem „Lutherland" (Eisleben, Erfurt, Mannsfeld) aufgenommenen Bildern, projiziert von einem Hochleistungsbeamer auf eine weiße Leinwand. Ebenso machten die zahlreichen Details innerhalb des Stückes das Lutherspiel so einzigartig: von selbstgeschriebenen Ablassbriefen, über Schiefertafel mit Griffel für Szenen in der Schule, bis hin zu originalgetreuen, geliehenen Kostümen aus dem Fundus des Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin. Doch was veranlasst überhaupt dazu, das Leben Luthers, von der Geburt bis hin zum Sterbebett, als Schauspiel umzusetzen, geschweige denn, dem Reformator einen Feiertag zu widmen?

In der vorreformatorischen Zeit wächst die Angst vor dem Fegefeuer und führt zu dem Irrglauben, sich durch Ablassgelder an die Kirche davon loskaufen zu können. "Sobald die Münz' im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt" lautet es. Luther, gespielt von Luca-Anne Kern und Henning Eggers, fühlt sich aufgrund dessen, dass die Kirche in Verdrehung des Evangeliums mit den Ängsten der Menschen Geschäfte macht, zum Handeln verpflichtet und beginnt, die Geschäftspraktiken der Kirche zu kritisieren, sodass er 1517 (vor genau 500 Jahren!) schließlich seine 95 Thesen wider des Missbrauchs des Ablasses veröffentlicht und somit die Reformation in Gang setzt, welche letztlich zur Spaltung der Kirche führte. Auf der Wartburg, wo Luther sich zehn Monate lang versteckt hält, übersetzt er das Neue Testament ins Deutsche. Die schließlich 1534 in Wittenberg gedruckte Gesamtdeutsche Bibel beeinflusste die Entwicklung der deutschen Sprache wie kein anderes Buch und diente als Anlass für die Übersetzung der Bibel in viele andere europäische Sprachen.

Der tosende Beifall, ein absolut begeistertes Publikum und die Vielzahl an Lob im Anschluss an beide Abende sprachen für sich- so schnell wird das Lutherspiel nicht in Vergessenheit geraten! Ein großes Lob und Dankeschön geht an unseren Schulchor, den Kantoreichor, die Verantwortlichen für die Technik, an Frau Birke, Herrn Joop und Anette Burmeister und selbstverständlich an unsere jungen Nachwuchstalente für zwei großartige Abende. Vor allem aber auch Danke an Frau Kinzler und Herrn Bullrich, denn ohne deren Initiative hätte es diese Abende nicht geben können. Wir hoffen auf eine baldige Wiederholung ähnlicher Projekte!

Dana Hanft, 12-1