Debattieren am Gymnasium... PDF
Montag, den 30. Januar 2017

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Schulfinale - "Jugend debattiert"
„Eine Demokratie braucht Menschen, die kritische Fragen stellen. Menschen, die aufstehen, ihre Meinung sagen und sich mit der Meinung anderer auseinandersetzen. Menschen, die zuhören und reden können. Menschen, die fair und sachlich debattieren".

Dies ist ein Auszug der Website des bundesweiten Wettbewerbs „Jugend debattiert". Das Ziel ist es, Rhetorik und Meinungsbildung zu fördern, denn das ist gerade für die heranwachsende Generation im Zuge ihrer beruflichen Weiterentwicklung von großer Bedeutung.

Somit startete auch am Gymnasium Gadebusch der jährlich stattfindende Wettbewerb auf Schulebene am 10.01.2016. Im Rahmen des Deutschunterrichts wurden bereits Wochen zuvor hitzige Debatten geführt, um jeweils die besten zwei Schüler innerhalb des Klassenverbandes zu ermitteln. Demnach hatten die Schüler in den ersten vier Stunden in Vorrunden die Möglichkeit, sich für den Einzug ins Schulfinale zu qualifizieren. Die Aufteilung erfolgte dabei in zwei Altersstufen: Klasse 9 und Klasse 10-12.

Am Ende der vierten Stunde standen die Finalisten fest, sodass bereits die fünfte Stunde für die Finaldebatte der Sekundarstufe 1 genutzt werden konnte. Sowohl die 9., als auch die 8. Klassen, hatten dabei die Gelegenheit, bei der von den Finalisten Henning Giere (Pro 1), Merle Klemm (Contra 1), Louis Rodemann (Pro 2) und Marie Reineck (Contra 2) ausgetragenen Debatte mitzufiebern. Debattiert wurde hierbei über die „Soll"-Streitfrage „Soll unsere Schule einen richtigen Namen bekommen?". Auf die pro Debattant zweiminütige Eröffnungsrede, bei der das Thema und der jeweilige Standpunkt verdeutlicht wurden, folgte nun die 12-minütige Freie Aussprache. Unter anderem wurde dabei der interessante Vorschlag unterbreitet, unsere Schule von „Gymnasium Gadebusch" auf beispielsweise „Agnes-Karll-Gymnasium" umzubenennen, denn durch einen konkreteren Namen bestünde laut Pro eine größere Identifizierungsmöglichkeit.

Von der Gegenseite jedoch wurde vor allem der hohe Verwaltungsaufwand kritisch hinterfragt. Am Ende der Debatte resümierte nun jeder Debattant in einer einminütigen Schlussrunde die vorangegangene Debatte, wiederholte die wichtigsten Argumente und verdeutlichte ein letztes Mal seinen Standpunkt. Nach einem lauten Beifall zog sich die Jury, bestehend aus Mitschülern und Frau Kruse, zurück, um jeden der vier Schüler nach den Kriterien Sachkenntnis, Ausdruck, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft zu bewerten.

Währenddessen befragte Herr Joop wie auch schon vor der Debatte das Publikum, wer für und wer gegen eine Namensänderung unserer Schule sei. War die Mehrheit vorher noch dafür, so überwog nun trotz guter Pro-Argumente der Anteil von Handzeichen gegen eine Namensänderung. Nach kurzer Einschätzung jedes Schülers, wurden die Platzierungen bekannt gegeben. Als Siegerin dieser Debatte ging Marie Reineck hervor, auf Platz 2 konnte sich Henning Giere behaupten, Merle Klemm belegte Platz 3 und Louis Rodemann den vierten Platz.

Für die Schulfinaldebatte der 10.-12. Klassen qualifizierten sich Anna Etzrodt (Pro 1), Linus Altmann (Contra 1), Lina Siepert (Pro 2) und Friedrich Moraht (Contra 2). Auch dieses Mal waren die Schüler aus dem Publikum dazu aufgerufen, im Vornherein zu entscheiden, ob sie die Debattenfrage „Sollen bei allgemeinen Wahlen Jugendliche schon ab 16 Jahren wählen dürfen?" eher unterstützen oder ablehnen. Knapp überwog dabei die Anzahl der Gegenstimmen. Nach der Eröffnungsrede und der Unterbreitung des Vorschlags, einen zusätzlichen Test für eine „Wahlberechtigung" einzuführen, wurden in der Freien Aussprache beide Seiten beleuchtet. Zwar fehle das „junge Blut" in der Politik, jedoch seien sich Jugendliche meist noch nicht vollends der Konsequenzen einer Wahl bewusst.

Auch nach der Debatte konnte man die Mehrheit der Schüler nicht von einem Wahlrecht ab 16 überzeugen. Im Zuge der Absprache zwischen den Jury-Mitgliedern, konnten nun auch bei dieser Debatte die Plätze bekanntgegeben werden: Linus Altmann konnte sich ein weiteres Mal auf dem ersten Platz behaupten, Platz 2 belegte Lina Siepert, Anna Etzrodt (die Jüngste unter den Finalisten in der Sek. 2) sicherte sich den 3. Platz und Friedrich Moraht belegte den 4. Platz.

Die Jury lobte das Niveau der Debatte und betonte, dass die Abstände zwischen den einzelnen Debattanten äußerst eng gewesen seien und ihr die Entscheidung nicht leicht gefallen sei.
Die jeweils ersten und zweiten Plätze werden unsere Schule beim Landesfinale in Wismar vertreten.

Dafür drücken wir ihnen fest die Daumen!

Dana Hanft, Klasse 11